Berlin / Riga, 25. September 2025 — Der deutsche Rüstungs- und Technologie-Konzern Rheinmetall plant den Bau einer neuen Munitionsfabrik in Lettland, um die Verteidigungsfähigkeit des baltischen Staates zu stärken und Produktionskapazitäten in Europa auszubauen. (reuters.com)
Nach einer heute veröffentlichten Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) wird Rheinmetall 51 % der Anteile an der Fabrik halten, während die lettische Staatsverteidigungsgesellschaft die restlichen 49 % übernimmt. Insgesamt sollen rund 275 Millionen Euro investiert werden. Die Anlage wird sich auf die Herstellung von Artilleriegeschossen konzentrieren und eine Jahresproduktion von „mehreren Zehntausenden“ Einheiten anstreben. (reuters.com)
Die Entscheidung fällt in einer Zeit, in der viele europäische Staaten ihre Verteidigungsausgaben angesichts des Ukraine-Kriegs und wachsender Sicherheitsbedenken ausbauen. Für Lettland, das an Russland grenzt, stellt die neue Fabrik eine strategische Investition in die eigene militärische Resilienz dar. Die Fertigung vor Ort soll die Abhängigkeit von Importen verringern und kürzere Lieferwege ermöglichen.
Rheinmetall hat bereits Ende August in Niedersachsen eine neue Produktionsstätte eröffnet, die – wenn sie voll in Betrieb ist – eine der größten Munitionsfabriken Europas sein soll. Die geplante Anlage in Lettland ergänzt diesen Ausbauplan auf internationaler Ebene. Weitere ähnliche Projekte sollen künftig in Litauen, Rumänien, Bulgarien und möglicherweise auch in der Ukraine realisiert werden. (reuters.com)
Der litauische Premierminister lobte das Projekt als „klaren Schritt“ zur Stärkung der Sicherheit in der Region. Bei der Unterzeichnung war auch der deutsche CEO Armin Papperger anwesend, der weitere Kooperationen mit anderen Ländern in Aussicht stellte.
Kritiker weisen jedoch auf Risiken hin: Der Ausbau der Rüstungsindustrie in der EU könnte Spannungen in Nachbarländern hervorrufen. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass Produktion, Transport und Lagerung von Munition sicher und umweltverträglich gestaltet sind.
Zusammenfassend: Mit der Neugründung der Munitionsfabrik in Lettland sendet Rheinmetall ein starkes Signal zur Verstärkung der europäischen Verteidigungsindustrie. Ob das Projekt planmäßig realisiert wird und welche Auswirkungen es auf die europäische Sicherheitsarchitektur haben wird, bleibt spannend.