Berlin, 23. September 2025 – Deutschland erlebt im September einen kräftigen Aufschwung im Dienstleistungssektor, während die Industrie weiterhin unter Druck steht. Nach neuesten Umfragen stieg der Flash Composite Purchasing Managers’ Index (PMI) von HCOB und S&P Global von 50,5 im August auf 52,4 im September – der höchste Wert seit 16 Monaten. Reuters
Der Dienste-Index legte besonders stark zu und erreichte 52,5 Punkte, nachdem er im August noch bei 49,3 gelegen hatte – damit notiert er nun auf einem Achtmonats-Hoch. Im Gegensatz dazu verschärfte sich die Schwäche in der verarbeitenden Industrie: Der PMI sank auf 48,5 Punkte, der tiefste Stand seit vier Monaten. Das deutet auf eine anhaltende Kontraktion in diesem Bereich hin. Reuters+1
Trotz des Wachstums ist die Dynamik fragil. Die Umfrage zeigt, dass sowohl im Dienstleistungs- als auch im Industriesektor der Zufluss neuer Aufträge zurückgeht. Zusätzlich steigen die Kosten – Vorleistungs- und Endpreise steigen besonders im Dienstleistungssektor, was Inflationsdruck erzeugt. Wirtschaftsexperten warnen, dass ohne Erholung in der Industrie und ohne mehr Nachfrage auch das positive Momentum bald abflauen könnte. Reuters+1
Unterdessen haben führende deutsche Wirtschafts-institute ihre Wachstumsprognose für 2025 leicht angehoben. Bisher ging man von nahezu Stagnation aus; nun wird ein Wachstum von rund 0,2 % erwartet. Für die Folgejahre wird ein stärkerer Anstieg vorausgesagt: etwa 1,3 % für 2026 und 1,4 % für 2027. Reuters
Die Gründe für diese Zurückhaltung sind vielfältig: schwache Industrieproduktion, sinkende Nachfrage im In- und Ausland, steigende Betriebskosten und Unsicherheit bei Unternehmen über Energiepreise und Lieferketten. Gleichzeitig bringt der Dienstleistungssektor – darunter Handel, Transport, Gesundheit und Gastronomie – das Wachstum derzeit nach vorn. Reuters+1
Wirtschaftsanalysten betonen, dass Deutschland trotz dieser Herausforderungen Anzeichen einer Stabilisierung zeigt. Doch der Schlüssel liegt in einer Erholung der Industriebranche sowie in der Stärkung der Inlands- und Exportnachfrage. Ohne diese Faktoren könnte das ökonomische Bild schnell wieder düster werden.