Berlin, 26. September 2025 — Deutschland zieht in Erwägung, die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs ohne Beteiligung von Dassault Aviation aus Frankreich fortzuführen, falls sich die Partner im gemeinsamen Future Combat Air System (FCAS)-Projekt nicht einigen können. Diese Information geht auf interne Quellen zurück. Reuters
Der Konflikt dreht sich vor allem um die Aufteilung der Aufgaben und die Führung beim Flugzeugteil des Projekts. Deutschland und Spanien – vertreten durch Airbus – werfen Dassault vor, die Fortschritte zu verzögern, indem das Unternehmen auf alleinige Führungsansprüche insistiert. Reuters
Laut Quellen sei Deutschland entschlossen, notfalls den Pfad der Eigenentwicklung zu gehen, falls Kompromisse nicht erreicht werden. Airbus und das Bundeskanzleramt prüfen bereits mögliche Alternativen für die Fortführung des Programms mit anderen Partnern oder unter deutscher Führung. Reuters
Offiziell haben weder Deutschland noch Dassault die Berichtserstatter bestätigt. Beide Seiten betonen, dass alle vertraglichen Absprachen weiterhin gelten, doch intern wachse der Druck, eine Entscheidung zu finden. Reuters
Das FCAS-Projekt ist eines der ambitioniertesten europäischen Rüstungsprogramme, mit einem Gesamtvolumen von rund 100 Milliarden Euro und mit Beteiligung von Deutschland, Frankreich und Spanien. Ziel ist die Entwicklung eines zukünftigen Kampfflugzeugs samt Drohnen- und Systemintegration. Reuters
Ein Scheitern der Kooperation mit Frankreich im Flugzeugteil könnte erhebliche politische Konsequenzen haben – nicht nur für den Erfolg des Projekts, sondern auch für die deutsch-französische Verteidigungszusammenarbeit. Beobachter sehen darin eine harte Prüfung für das europäische Rüstungsbündnis.
Für Deutschland würde ein solcher Schritt bedeuten, dass mehr Verantwortung und Risiko in Forschung, Entwicklung und Produktion übernommen werden müssten. Experten warnen vor Kostenexplosionen, aber auch vor Chancen: mehr technologische Unabhängigkeit und Führungsrolle in der europäischen Luftfahrtindustrie.
Für Industrie, Politik und Militär wird es nun darauf ankommen, wie entschlossen Berlin handelt — und ob diplomatische Lösungen möglich sind, bevor Brüche unumkehrbar werden.