Berlin, 30. September 2025 — Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im September überraschend eingetrübt, wie das Ifo-Institut mitteilte. Der Ifo-Index sank auf 87,7 Punkte, nachdem er im August noch bei 88,9 lag – entgegen der Prognosen, die einen Anstieg erwartet hatten. Reuters
Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verschlechterte sich deutlich, während auch die Erwartungen der Unternehmen pessimistisch wurden. Besonders im Exportsektor spürt man die Belastung durch rückläufige Nachfrage in wichtigen Partnerländern. Reuters
Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, erklärte, dass sich die Aussichten für eine wirtschaftliche Erholung abgeschwächt hätten. Die von der neuen Bundesregierung angekündigten Reformen und Investitionen greifen nicht schnell genug, um den Abschwung kurzfristig aufzuhalten. Reuters+1
Dennoch gibt es auch Lichtblicke: Laut dem Flash-PMI von S&P Global wuchs die deutsche Wirtschaftsaktivität im September mit der stärksten Rate seit 16 Monaten. Der Composite-Index stieg auf 52,4, angetrieben vor allem durch einen Aufschwung im Dienstleistungssektor. Reuters
Doch die schwächelnde Industrie zeigt Sorgenfalten: Der Herstellungssektor driftete auf 48,5 Punkte ab, was eine Kontraktion signalisiert. Zudem nahmen die Auftragseingänge in beiden Sektoren ab, und die Kostenbelastungen steigen spürbar – insbesondere im Dienstleistungsbereich. Reuters
Wirtschaftliche Institute haben kürzlich ihre Prognosen für 2025 leicht erhöht: Der Wachstumswert in Deutschland wurde von 0,1 % auf 0,2 % angepasst. Reuters Diese moderate Anpassung spiegelt Hoffnung wider, aber auch Anerkennung der schwierigen Rahmenbedingungen, insbesondere wegen des anhaltenden Handelsdrucks und globaler Unsicherheiten. Reuters
Die Bundesregierung steht nun unter Druck: Es müssen rasch sichtbare Impulse kommen, um das Vertrauen der Unternehmen zurückzugewinnen. Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und klimafreundliche Technologien gelten als Schlüsselbereiche, in denen Sofortmaßnahmen möglich sind.
Für deutsche Firmen heißt das: strategisch agieren, Kosten senken, Lieferketten neu ausrichten und Märkte außerhalb der stark belasteten Exportregionen erschließen.
Insgesamt steht Deutschland weiterhin vor einer heiklen Phase – zwischen Hoffnung auf Stabilisierung und der realen Gefahr einer erneuten Abschwächung. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Wirtschaft solide Trendwende schaffen kann – oder ob das Tal noch tiefer wird.