Berlin, 23. September 2025 – Die deutsche Regierung hat heute eine umfassende Strategie vorgestellt, um die Bundeswehr personell und materiell zu stärken. Hintergrund sind wachsende sicherheitspolitische Herausforderungen, insbesondere vor dem Hintergrund der russischen Aggression sowie NATO-Erwartungen. Reuters+3AP News+3ABC News+3
Derzeit zählt die Bundeswehr etwa 180.000 Soldaten, während das Ziel bei 260.000 liegt. Parallel dazu soll die Zahl der Reservist:innen stark ausgeweitet werden – auf rund 200.000 Personen. ABC News+1 Um das zu erreichen, sollen bessere Bezahlung, verbesserte Bedingungen und modernisierte Infrastruktur wie Kasernen und Unterkünfte eine zentrale Rolle spielen. ABC News+1
Ein großes Projekt ist die Beschaffung moderner Ausrüstung: darunter F-35 Kampfjets, Leopard-2 Panzer, Transporthubschrauber wie Chinooks sowie neue Fregatten. Diese Beschaffungen erfolgen im Rahmen eines 100-Milliarden-Euro Sonderfonds, der 2022 eingerichtet wurde, um die Wehrfähigkeit zu verbessern. ABC News+1
Auch strukturelle Maßnahmen sind geplant. Die Zustände vieler Kasernen gelten derzeit als unzureichend; manche sind in schlechtem baulichem Zustand. Bis 2031 sollen 76 neue Gebäude gebaut werden, die den Soldaten zeitgemäße Unterkünfte bieten. ABC News
Ein weiterer Bestandteil der Reform ist ein neues System zur Erfassung potenzieller Rekrut:innen: Ab 2026 werden 18-Jährige Fragebögen erhalten und medizinische Untersuchungen für Männer wieder eingeführt. Obwohl die Wehrpflicht offiziell nach wie vor ausgesetzt ist, bereitet man sich auf ihre mögliche Wiedereinführung vor. AP News+1
Die Regierung sieht diese Maßnahmen als essenziell an, um NATO-Ziele zu erfüllen und die deutsche Verteidigungsfähigkeit langfristig sicherzustellen. Der Entwurf des Haushaltsplans 2026 sieht ebenfalls erhebliche Erhöhungen bei den Verteidigungsausgaben vor. Reuters+1
Kritiker warnen, dass neben der finanziellen Belastung auch Fragen der Effektivität und des Personalabbaus bestehen. Es sei wichtig, nicht nur neue Ausrüstung zu beschaffen, sondern auch Trainings-, Wartungs- und Logistikketten zuverlässig aufzustellen. Auch die Zustimmung der Bevölkerung muss gewonnen werden – Deutschlands Geschichte macht Militärpolitik hier besonders sensibel. ABC News+2AP News+2