Berlin, 23. September 2025 – Deutschland hat am heutigen Tag den Entwurf für den Haushalt 2026 vorgestellt, der deutliche Akzente setzen soll: Mehr öffentliche Ausgaben als bisher, eine Stärkung der Verteidigung und Antworten auf steigende Herausforderungen im Energiebereich. Reuters
Finanzminister Lars Klingbeil präsentierte einen Kernhaushalt von rund 520,5 Milliarden Euro, der sich mit zusätzlichen Sonderfonds auf ca. 630 Milliarden Euro beläuft. Reuters Die Neuverschuldung soll bei etwa 174,3 Milliarden Euro liegen – damit wäre sie mehr als dreimal so hoch wie im Jahr 2024 und die zweithöchste seit den Krisenjahren der Pandemie. Reuters
Ein zentraler Posten ist die Rekordinvestition: Für öffentliche Infrastruktur, nationale Sicherheit und Verteidigung sind 126,7 Milliarden Euro eingeplant. Dazu zählt ein erheblicher Anstieg der Verteidigungsausgaben auf 117,2 Milliarden Euro, um unter anderem NATO-Ziele zu erfüllen. Reuters Auch Hilfe für die Ukraine (etwa 8,5 Milliarden Euro) sowie Entlastungen für Bürger und Unternehmen – etwa bei Steuerlast und Stromkosten – sind Teil der Planung. Reuters
Damit der Haushalt umgesetzt werden kann, muss Deutschland in mehreren Bereichen von herkömmlichen Beschränkungen abweichen: Die Schuldenbremse wird für Verteidigungs- und nationale Infrastrukturprojekte ausgesetzt. Reuters Allerdings bestehen interne Streitpunkte, insbesondere über geplante Kürzungen bei Sozialleistungen und über die Finanzierung des Verkehrssektors. Reuters Laut aktuellen Einschätzungen ergibt sich zudem eine erhebliche Lücke im Finanzplan für 2027 – es fehlen rund 34 Milliarden Euro, um alle Ausgaben zu decken. Reuters
Experten loben, dass dieser Haushaltsentwurf klar zeigt, in welche Richtungen die Regierung ihre Prioritäten verlagert: weg von sparsamer Haushaltsführung, hin zu aktiver öffentlicher Investition. Doch sie warnen auch: Die Umsetzung großer Projekte wird davon abhängen, wie effizient Mittel eingesetzt werden, wie stabil die politische Unterstützung bleibt und wie externen Risiken (z. B. steigende Zinsen, Energie-Kosten, geopolitische Spannungen) begegnet wird. Reuters